Wer schon mal, wie A-Triathlet, die Wettkampfordnung gelesen hat, dem ist sicherlich schon etwas zum Windschattenverbot aufgefallen.

A-Triathlet erklärt Windschatten und Taktiken.

Für diejenigen, die noch nie auf einem Triathlon unterwegs waren und hier nach praktischen Tips suchen:

Windschatten ist ganz einfach

Nun gleich vorweg, der beste Windschatten ist immer noch der hinter dem Motorrad mit dem Kameramann. Wenn der sich auf dem Motorrad hinstellt, noch besser. Ihr müßt das unbedingt mal ausprobieren.
Ok, mit dem Windschatten ist nicht zu Spaßen, deswegen möchte ich hier einige typische Windschattensituationen erläutern.

Beginne ich einmal mit der eher seltenen Situation, die wahrscheinlich mehr zum Ende des Starterfeldes auftreten wird. Das regelkonforme Fahren. In Fachkreisen auch als Anfängerformation bezeichnet.

Windschattenregel
Anfängerformation

A-Triathlet kennt diese Wettkampfsituation nur von den Gesprächen auf der After-Race-Party, weil sich auf einer ARP noch nie so ein richtiger Lutscher zu erkennen gegeben hat und alle interessanterweise immer regelkonform unterwegs waren. Sollte einer von euch einmal in so eine Situation kommen, dann Ruhe bewahren und kühl überlegen, ob es nicht besser ist das Rennen abzubrechen.

So kriegt man den Kameramann nie zu sehen.

Windschattenregel
Leider die simple, einfallslose Standardformation

Etwas angenehmer ist es in dieser Formation zu fahren. Die Taktik ist alle 5m auf „All out“ zu stellen, zum Vordermann auffahren, sofort wieder abbremsen und sich wieder langsam zurückfallen lassen. So absolviert ihr während des Wettkampf ein kleines Intervall-Training und seid zu 50% der Zeit auf der windstillen Sonnenseite des Lebens. Ihr versteht schon. Allerdings, an den Beinamen Lutscher müßt ihr euch dann schon gewöhnen. Optional könnt ihr die Intervalle auch alle 30s fahren, dann seit ihr auf jeden Fall konform zur Regel.

Windschattenregel
Auffällig aber Performant

Idealer wird die Situation, wenn vorne so ein richtiges putziges Gummibärchen fährt. Mit seinem breiten und kraftvollem Aufbau sorgt es für Turbolenzen, dagegen sind die Luftverwirbelungen eines bei Regenwetter startenden A380 eine leichte Sommerbrise. Also so einer vorne und ihr könnte euch entspannt, im Abstand von 50m, auf den Zielspurt freuen.

Den Zielspurt rechtzeitig ansetzen, denkt dran, im Zielkanal passen keine zwei Gummibärchen nebeneinander.

Windschattenregel
Dauerlutscher

Der Vollständigkeit wegen möchte ich hier noch eine suboptimale Anordnung vorstellen. Also Freunde, Wettkampf ist ja das Eine, aber das hier ist schon unmenschlich. Die abgebrannten Zellen fahren schon unterirdisch und die Dauerlutscher hängen immer noch hinten dran. Renntaktisch eine extrem fiese Variante, denn die drei vorne eignen sich nicht einmal mehr für’s Recyclen. Es droht sogar Explosionsgefahr. An die beiden Blaukappen noch der Hinweis, ein kurzes Verzögern und Gummibärchen wird sich hinter die Plattzellen legen und eure Situation drastisch verbessern. Falls die vorne explodieren und zu Brennstoffzellen mutieren, seit ihr zudem optimal geschützt.

Windschattenregel
Hexagonal dichteste Race-Formation

Eine Variante, die aktuell immer häufiger auf Großveranstaltungen, mit über 6 Teilnehmern, auftritt, ist die Formation in hexagonal dichtester Packung. Eine Rudelbildung also, meistens in den führenden Gruppen, um den Nachweis zu führen, dass die Strecke eigentlich nicht wettkampftauglich und die Teilnehmerzahl, wir sehen hier 12, eigentlich völlig überzogen hoch ist. Man hätte auch nur 6 Starter zulassen können, bei verdoppeltem Startgeld. Bei 6 Startern, die dann in einem beruhigtem Massenstart beginnen, also jeder einzeln im Abstand von 15min, könnte man sich auch noch die Gebühren für die Schiedsrichter sparen. Wofür sollen die noch Sprit verballern und das Trinkwasser wegsaufen.

Wobei wir bei den Schiedsrichtern sind.

Ehrlich gesagt, für Schiedrichter ist natürlich die hexagonal Formation wie ein schwarzes Loch. Da schaut man stundenlang rein und sieht Nichts. Besonders wenn die Masse um den Kern herum auch noch dabei ist wie ein Belgischer Kreisel zu rotieren. Da werden galaktische Geschwindigkeiten aufgezählt.

Schiedsrichter haben es schwer

Aber Freunde bedenkt, auch in dieser Konstellation, genauso wie an einem intergalaktischen schwarzen Loch, gilt die Einstein’sche Relativitätstheorie. Man ist nur „relativ“ sicher vor dem Zugriff der Schiedsrichter, nicht absolut. Absolute Sicherheit ist nur in dem schwarzen Loch selbst gewährleistet. Das nennt man im Dreikampfsport dann Penalty-Box. Die ist auch schwarz, nur ohne Windschatten, weil darin kein Wind geht und auch kein Schatten, weil die kein Dach haben. Die Hitze in der Box hingegen ist vergleichbar der einer Akkreditierungsscheibe eines realen schwarzes Lochs.

Windschattenregel
Penaltybox I

Wie in dieser Sitution verdeutlicht ist, hat es die drei abgebrannten von vorhin erwischt. Selbst Schuld kann man da nur sagen, Schiedsrichter räumen auch manchmal von vorne ab. Für die Plattzellen ist die Situation in der Box unerträglich, gibt es doch weder Ladesteckdose noch Weichfutter. Auch die Formulare für den Einspruch sind ausgegangen, so dass maximale Langeweile aufkommt. Auf strava inc. zeichnet sich diese Situation exakt wie eine Pause auf, was ebenalls nicht gut rüberkommt.

Wer Pause macht kommt nicht bis zur Kamera.

Windschattenregel
Penaltybox II

Eine andere Variante zeugt mehr von der Standhaftigkeit des Schiedsrichtergespanns. Hier wurde das Gummibärchen verhaftet und die Zuckertüten dürfen weiter lutschen.
Alle Achtung.
Auf der Strecke haben die Blaukappen die neue Rennsituation sofort begriffen und die Bronzekappe als Teamleader gewählt. Das war ein taktisch gute Wahl. Das Bronzekäppchen übernimmt auch gleich Verantwortung und zieht das Feld an. Bei der Weißkappe muss es sich um eine gestürzte Blaukappe mit Kopfverband handeln. Die gehört festgesetzt, weil ich auch noch Blut entdecken kann. „Schirriii, ich weiß was! „


Eine Situation, die noch nie auf einer After-Race-Party kursierte, ist diese hier. Die Sheriffs haben ordentlich weggehauen, die Box platzt aus den Nähten, es ist affenheiß in dem schwarzen Loch. Aber das hier ist grenzenlos A-Sozial. Eine Zuckertüte muss sich jetzt ganz alleine zum Ziel durchschlagen.

Windschattenregel
Penaltybox III

Nun, als alte Hasen wissen wir, die Situation ist nicht ganz so dramatisch, denn der Teambildungsprozess in der Box wird durch die Enge und das gemeinsame Feinbild angeheizt. Es wird dazu führen, dass sich die sechs Zuckertüten, stop es sind sogar sieben, Hölle, gleich In-Reihe schließen werden und ihre Performance auf über 10V ansteigen wird. Das ist das Aus für das Bronzekäppchen, dass sich versucht mit Watt-Messungen an sein Maximum zu fahren. Aber hier zählt nur Volt. VOLT ihr nach vorne kommen und WATT habt ihr nur alles an eure Räder montiert. Die nackte Spannung zählt und nicht irgend-Watt. Ja, so isses.

Nun ich hoffe, der Windschatten und die notwendigen Taktiken sind hinreichend erklärt, so dass ihr beim nächsten langen Wettkampf die Situationen sofort erkennen könnt und die Renntaktik variabel anpasst. Ihr könnt mir ja formlos mitteilen welche Formation ihr bevorzugt, vielleicht läßt daraus eine individuell gestaltete Renntaktik ableiten. A-Triathlet bietet natürlich individuelles Coaching. Anmeldeformulare sind weiter unten.

Was das Ganze jetzt mit A-Triathlet zu tun hatte, ist eine Frage, die ich nicht erst in den Kommentierungen beantworten möchte, sondern gleich jetzt.

Gar nichts.
A-Triathlet ist schon im Ziel, hier waren nur Blaukappen und Bronzekappen zu sehen.

A-Triathlet 🙂

Windschatten, einfach
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