IRONMAN Hawaii Finisher Medaille

IRONMAN hat die Regeln für Kona geändert und geht weg von dem traditionellen Massenstart. Damit war 2018 das letzte Jahr in dem alle Age-Grouper mit einem Kanonenschuß in die Wellen geschickt wurden.

Ganze 40 Jahre hatte diese Praxis nun Bestand. Der imposante Start, von mehreren hundert Triathleten, der jedesmal den Pazifik aufschäumen läßt, ist zumindest für 2019 ein Teil des Mythos und gehört nun der Vergangenheit an. Was für den einen imposant anzusehen war, ist für manch anderen ein Akt der Abschreckung, gegenüber solchen Veranstaltungen. Nicht jeder ist ein überlegener Schwimmer, der auch in bedrängten Situationen Herr der Lage bleibt. Aus den bisher vier Startgruppen sind nun 11 Startgruppen geworden. Die Abstände jeweils 5 Minuten. Was bleibt sind die Wellen.

Nun die Motivation von IRONMAN, den Start zu verändern lag sicherlich nicht an dem Schaumbad im Pazifik. Die Kritik an dem Rennen, dass auf der Radstrecke das Windschattenverbot wegen Überfüllung defacto aufgehoben wurde, scheint bei IRONMAN vielleicht zu dieser Entscheidung geführt zu haben. Wird doch immer den Athleten ein Verstoss gegen die Windschattenregel vorgeworfen und nicht dem Veranstalter, der aus einem Highway einen Single-Trail macht. Bei gefühlten 1500 Teilnehmern, die beinahe zeitgleich in die erste Wechselzone einbrechen, kann man den Volontären nur raten sich auf die nächste Fahnenstange zu retten. Diese Welle durch die Wechselzone wird nach dem Kampf um das Fahrrad auch die Nutzung der Radstrecke neu definieren. Was als Rennen gedacht war, wird zur geordneten Parade neuer Triathlon-Zeitfahrmaschinen umfunktioniert. Der Windschatten ernährt sich sozusagen selbst, denn wer wird freiwillig in die Penalty-Box springen, weil sein Vordermann nicht wegkommt, sein Nachbar ihn nicht rausläßt und der Hintermann schon an der Trinkflasche fremdgeht. Viele müssen halt drin bleiben, weil sie nicht rauskommen.

Die Chronik des IRONMAN in Kailua-Kona läßt aber Zweifel aufkommen, ob die vermutete Entzerrung beim Start und die vielleicht erhoffte Streckung des Feldes, die alleinigen Gründe sind. Die Zahl der zugelassenen Starter steigt seit Jahren kontinuierlich an. Was ist, wenn mit dieser Maßnahme einfach nur die Streckenkapazität erhöht werden soll. Rein wirtschaftlich und logistisch gesehen sicherlich keine absurde Idee. Die Volontäre könnten wieder von den Fahnenstangen klettern, weil anstatt 25 Athleten pro Minute nur noch 20 kommen, allerdings dauert der Volontäreinsatz dann eben länger, weil es ja auch Spaß macht. Für die Athleten wird sich nichts ändern, sie bleiben für die Einhaltung eines Windschattenverbotes verantwortlich, haben dafür aber mehr Luft beim Schwimmen. Nun, warum soll das, was in Roth funktioniert, nicht auch in Kailua-Kona funktionieren.

Nur eines ist zum Schluß nicht ganz klar zu beantworten. Dient der Wellenstart dem Wettkampf oder dem Veranstalter?

Klar wird allerdings sein, dass die Triathleten sich in immer wenigeren aber gigantischeren Veranstaltungen wiederfinden werden.

A-Triathlet. 🙂

IRONMAN. Wellenstart.
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