Vielleicht wird es einmal so sein, als wenn die Hawaii Championchip 2018 sich anfühlen wird, als wäre sie in einer anderen Welt gewesen. Aber genau darum habe ich es aufgeschrieben. Es war real und in dieser Welt.

A-Triathlet 🙂

IRONMAN Hawaii Finisher Medaille
IRONMAN Hawaii Finisher Medaille

Aufzeichnungen, Bilder und Videos von der Hawaii IRONMAN World Championchip 2018 „40 Years of dreams“ aus der 360° Sicht eines Hobby-Triathleten. Nicht chronologisch, schön durcheinander, vorwärts und rückwärts.

IRONMAN Zürich

Was muss man tun um nach Hawaii zu kommen? Man muss bei irgendeinem IRONMAN in der Welt auf das Siegertreppchen kommen. Und wenn es in Zürich bei 33Grad sein muss. Video Front-Mann, Berthold, hatte die gnadenlose Idee nach Zürich zu fahren, die teuerste Location für IRONMANs, aber zum Schluss des Jahres war Zürich eigentlich ein Schnäppchen. Ich hatte noch nie einen IRONMAN gefahren oder gerannt. Es war alles etwas anders als auf den Roth Challenges. Das CheckIn, die Wechselzonen, die Radboxen, man musste sich mehr kümmern. Vorsichtshalber hatte ich mir das Rookie-Band umgebunden, es hieß die Supporter sind dann noch hilfsbereiter, wenn es nicht weitergeht.

Das Rennen war schwer, abgesehen vom Schwimmen in dem glasklaren Wasser. Die Radstrecke, Berge mit starker Steigung liegen mir nicht, ich habe mich aufgearbeitet. Das Laufen ging besser, abgesehen von den ersten 10km, ich musste die Berge erst abschütteln, als der dritte Platz klar war, war es ein Vergnügen, sofern man bei 42km von Vergnügen reden kann. Kann man.

Projekt Hawaii

Nun das Projekt Hawaii konnte keine One-Man-Show oder besser eine One-Man-Ironman-Show sein, es brauchte etwas mehr um zu gelingen. Im Zeitalter der Social-Media muss alles gepostet werden, was in einem Handy Platz findet. Da bedarf es eines Teams, das im Hintergrund arbeitet und redaktionell alles durch den Wolff dreht und in die Welt versendet. Da das Team auch weiterhin im Hintergrund bleiben möchte entfällt die Teamvorstellung hier. Aber das was jetzt kommt, sind alles gefilterte und zensierte News über einen Hawaiiauftritt, der vielleicht gar nicht stattfand, gäbe es diese Beweise nicht.

Bike wash, basic

Lei-Fahrrad

Mein Time-Trial-Race-Bike, das auch A-Triathlet fleißig im Beritt hat, bedurfte einer fachmännischen Grundreinigung. Zürich hatte Spuren hinterlassen. Also war die erste wichtige Aufgabe ein Rad dahinzustellen, dass das Prädikat, „fast sauber“ trägt. Die Aufgabe war nicht trivial zumal der unzähligen Insektenleichen am Rahmen, die sich im Überlebenskampf im Karbon festgebissen hatten. Die Zeit wurde auch knapp und am Ende lief es auf eine Standardwäsche Nr. 2 für 1,00 Euro hinaus. Video.

Bike and more

Eine echte Herausforderung war das Zerlegen des Rads um es in einen handlichen Radkoffer zu packen. Es hat mindestens einen Tag gedauert, bis alles verstaut war. Video. Mehr als einen IRONMAN kann man schon deswegen pro Jahr nicht machen, weil Einpacken, Auspacken, IRONMAN, Einpacken, Auspacken und dann zur Werkstatt bringen, ca. 1 Woche Arbeit ist. Da ist die Lachnummer auf der IRONMAN-Rennstrecke eine reine Entspannungsübung.

World Traveller

Rad geputzt und Koffer gepackt, es geht los. 17h im Flieger und das freiwillig, fast die doppelte IRONMAN Distanz, nicht normal. Hawaii ist eben auf der anderen Seite der Welt, da hilft auch kein schnelles Rad und kein schneller Schuh. Diese Reise dauert und wird belohnt. Seht selbst. Video. Mit Erdinger, unglaublich.

Kua Bay

Kua Bay auf Big-Island

Es war geplant einen schönen Tag am Strand zu haben. Claudia wollte mit dem Bus dorthin, nach Kua Bay, und ich mit dem Rad. Organisiert von Hannes Hawaii Tours. Video. Claudia war dort und konnte wegen der Strömung nicht ins Wasser, schitte, und ich war dort und hatte nur noch eine Frage im Kopf, wie ich es nur schaffen kann, die letzten 20km bis nach Kona zu fahren, Panic. Ich hatte schon 30km hinter mir. 30km in der Hitze von Hawaii. In einer Luft, die man beim Fahren anfassen konnte, die im Gesicht brannte. Der Schweiß tropfte vom Gesicht, als wäre ein Loch im Wassertank. Alles flimmerte, der heiße Asphalt schien die Reifen schmilzen zu lassen. Es waren nur 50km, aber an diesem Tag ein ernüchternder Vorgeschmack auf die Hölle, die da kommen würde.

Relaxed in Kailua-Kona

Ein kurzer Ritt durch die Gemeinde. Auf dem Beach Cruiser von Claudia. Verblüffend das Ergebnis, es braucht nur eine gute Hand beim Telephonieren. Der legendäre „Bike Ride Through Kona“. Lehnt euch zurück und genießt die Atmospähre von Kailua-Kona auf Big Island.
Video. Alii Drive, so in etwa wie Königsallee, nur mehr los und mit zwei „i“.

Havin‘ Fun With, Beach Cruiser

Ein Bike Test zum Besten gegeben. Video Der Beach Cruiser von Claudia kurz vor seinem ersten richtigen Auftritt auf Hawaii. Die Wette: „Wer ist zuerst am Hotel, der Cruiser oder der Schulbus?“ Leider der Schulbus, weil der Cruiser durch einen lahmarschigen Triathleten aufgehalten wurde. Unglaublich.

Triathlon-Professional-Swim-Training

Es gab nicht jeden Tag Spaß bis zum Abwinken, schließlich war man ja dort um an dem wichtigsten Triathlon-Rennen der Welt teilzunehmen. Dazu gehört eine perfekte Vorbereitung. Fangen wir mal mit Schwimmen an. Video. Direkt-Schaltung nach Kailua-Kona in das verdunkelte Hawaii-TV-Studio.

Triathlon-Professional-Bike-Training

Eine Testfahrt auf der Wettkampfstrecke musste unbedingt sein. Hannes hat alle Mutigen in einen Bus gepackt und nach Hawi gefahren, rausgeschmissen und ab nach Kailua-Kona geschickt. 90km Wettkampfstrecke und 10km bis zum Hotel. Auf der Hälfte gab es eine improvisierte Erfrischungsstation, super organisiert. Ich muss sagen, die Strecke ist fluffig. Fluffig heißt, hügelig, aber nicht bergig, windig, aber nicht stürmisch, warm, aber nicht heiß, und bombig, aber damit meine ich die schlafenden Polizisten, diese ausgefrästen Löcher im Asphalt, die einem die Zähne aus dem Kiefer schlagen und den Lenkeraufschatz in den Schädel rammen. Roadbombs. Zweimal habe ich sie erwischt und musste anschließend in die Werkstatt. Video.

Die Creme – Das Doping

Das Geilste an dem Bike-Training war nach dem Training. Lunchen bei Lava-Java, dem Triathlon Kult-Restaurant. Triathleten, die nichts mehr zu verlieren haben beginnen den Abend mit einer Flasche Pinot Grigio und schließen ihn mit Creme Brulee (6000kcal, gefühlt). Ganz entgegen den Gepflogenheiten in diesem Etablissement natürlich pro Nase ein Set.

Underpants Run

Es ist seit einigen Jahren Tradition in Kona seine neueste Unterwäsche vorzuführen. „Underpants Run“. Video Spaß muss sein, also ab dafür. Alles Exhibitionisten. Auf dem IRONMAN war weniger Volk auf der Laufstrecke.

Nation Parade

Die „IRONMAN Hawaii Nation Parade“ Video Der einzige Regentag auf Hawaii, viele sahen ein wenig bedröppelt aus, aber es war nicht so schlimm wie es den Anschein hat. Ganz viel Spaß hatte Frodeno.

Race Day, IRONMAN World Championship

Ein Zusammenschnitt von dem wichtigsten Tag auf Hawaii. Das „Hawaii Race Day Video“ Video Auf jedem Langdistanzrennen passiert eigentlich immer etwas ungewöhliches. Man lernt Leute aus aller Welt kennen und hört die tollsten Geschichten. Quält sich gemeinsam mit anderen dem Ziel entgegen. IRONMAN Hawaii war da etwas anders, es war ein Rennen gegen sich und die Uhr, ohne die, die man sonst unterwegs kennenlernt.
Es war ein einsames Rennen.

The Day After

Pazifik Sonnenuntergang

Gibt es ein Leben nach einer Weltmeisterschaft. Gibt es. Video. Ein relaxtes Leben, hat man doch alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Rauf auf’s Boot und erst einmal Cruisen. Leider ist meiner Kamerafrau der Seegang nicht bekommen. Ich war mit dem Zählen der Fische beschäftigt, drei habe ich gesehen. Äh Seegang, nach dem Schwimmen gestern, Seegang interessierte mich nicht mehr wirklich. Kühles Wasser, um den verbrannten Körper auf Zimmertemperatur zu bringen. Aber kühles Wasser gab es nicht. Pacific 25° ganz klar Neo-Verbot.

Hawaii Land, The Week After

Natürlich gab es auch anderes als Triathlon. Video. Eine Tour über die Coffee Road, entlang des Hawaii Volcanoes National Park und nach Hilo auf der anderen Seite von Big Island. Die Insel ist so abwechselungsreich. Regenwald, Wiesen und Hügel wie auf der schwäbischen Alb, aber auch Lavafelder erbarmungslos heiß. Und die Leute, entspannt, tiefenentspannt, als wenn Triathlon eines der unwichtigsten Dinge im Leben ist. Das ist es wahrscheinlich auch.

Nun es geht in der Chronik der Dinge zurück in die Zeit vor Hawaii

Wettkampfvorbereitung, noch 8h

Es sind noch 9 Wochen, bis zu dem Tag an dem man alles gewinnen kann oder grandios scheitern. Kann man sich da freuen, wenn man eine Aufgabe gestellt bekommt, von der man nicht weiß, ob man sie lösen kann? Ich wußte es noch nicht so recht.

Der Tag nach dem Rennen in Zürich, die Apartment-Party, die Siegerehrung, die Slot-Vergabe, das Strandbad, die Abkühlung und der Versuch einfach zu ignorieren was passiert war.

Siegerparty, all out

Die Apartment-Party: War kurz und knapp, es ging ums Bier. 6 Flaschen Fiege, gut gekühlt im Kühlschrank, dafür hatte es sich gelohnt den ganzen Tag zu schuften. Nach dem Rennen, eine Flasche reichte um sämtliche Sinne und Wahrnehmungen außer Kraft zu setzen. Der Wettkampf war lang und hart, aber das Treppchen war erobert. Das Maximalziel war schon erreicht. Das Fiege zischte und wirkte. Ein Pressebericht sollte her, sofort. Warum sofort? Ich hatte mein Ziel erreicht, warum sollten andere sich dafür interessieren, es war doch meins. Was soll man der Presse schreiben, wenn man ausgebrannt, verbrannt und abgebrannt ist. Nichts. Front-Mann Frant-Mann musste die wirren Sätze in meiner email an die Presse sicherlich komplett neu schreiben, es kann nichts vernüftiges gewesen sein. Der Alkohol, eine Siegerflasche Fiege, schaltete das Licht aus und es ward Nacht.

Die Siegerehrung: Zuvor gab es was zu futtern. IRONMAN-Frühstück, Mittags, wie auch auch immer. Dann gingen sie alle auf das Treppchen, die Gesamtsieger und die Altersklassensieger. Ich durfte auch irgendwann und es fühlte sich gut an. Die Stufen waren recht hoch, es sah nicht locker aus und es fühlte sich bergauf, nicht gut an, aber oben, …, oben war alles klar.

Medaile, Blumen und ein Pokal, alle Hände voll und grinsen.

Die Slot-Vergabe: Es ging in der Reihenfolge der Alterklassen. In meiner Altersklasse gab es einen Slot für Hawaii. Ein beruhigender Abstand vom 3. Platz zum 1. Platz. Zwei waren also vor mir, unwahrscheinlich, dass man sich überhaupt Gedanken über Hawaii machen muss. Der Erste wurde aufgerufen, er meldete sich nicht, der Zweite wurde aufgerufen, er meldete sich nicht, der Dritte wurde aufgerufen, ich müsste jetzt etwas tun. Dreimal wird man aufgerufen … das ist nicht viel Zeit … einmal … dein Name … wird das eine Entscheidung, oder rennt man nur hinterher … zweimal … Schockstarre, nein, ich stehe auf und melde mich. Ab jetzt war alles anders als je zuvor. Das Ziel einen IRONMAN in Zürich zu fahren, wurde unwichtig, den dritten Platz erobert zu haben, wurde unwichtig, ein Super-Wochenende mit Claudia und Front-Mann-Berthold und Freundin, wurde unwichtig. Es gab nur noch dieses

Triathlon World Championship 2018 Big Island Hawaii

Es war passiert, man hatte das Ticket nach Hawaii in der Hand. Ich hatte es nicht wirklich realisiert. Ab ins Strandbad, abkühlen, im See schwimmen, alles ignorieren, nochmal so tun, als ob der Wettkampf von vorne beginnt. Ob ich irgendwas anders machen würde …

A-Triathlet 🙂

hawaii 2018, wtc
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